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Chevrolet Capitol (1927) – Romantik und Nostalgie für Jelle den Veteranen
Wenn es um den Besitz eines Oldtimers geht, kommt einem fast automatisch das Wort „Leidenschaft“ in den Sinn. Laut Wörterbuch ist es ein unwiderstehlicher Drang. Wir müssen diese Begeisterung besitzen; es ist inspirierend, sich so intensiv mit diesem Hobby zu beschäftigen. Jelle, der Veteran, besitzt einen solchen inneren Antrieb, der alles antreibt. Und so lief es mit dem in diesem Artikel vorgestellten Chevrolet Capitol alles bestens.
Die Geschichte eines Überlebenden
Der Chevrolet Capitol – Modelljahr 1927 aus dem GM-Serie AAEin echtes Modell aus der Zwischenkriegszeit – einst aus Amerika nach Deutschland importiert – wurde der Wagen für eine Komplettrestaurierung zerlegt. Aus Zeitgründen kam es jedoch nie dazu. Alle Teile, die Karosserie und die Innenausstattung wurden sorgfältig in Kisten verpackt, als würden sie auf bessere Zeiten warten. Diese besseren Zeiten kamen für den deutschen Besitzer nicht, wohl aber für einen Direktor eines großen niederländischen Transportunternehmens. Er kaufte die gesamten Kisten und ließ sie sich nach Hause liefern. Nach jahrelanger harter Arbeit erstrahlte der Capitol wieder in neuem Glanz. Mit einem kleinen Haken: Der Motor war kaputt.
Amerikanische Oldtimer
Der Regisseur war ein wahrer Enthusiast. Nicht nur Sammler, sondern vor allem ein Kenner von Design, Handwerkskunst, Geschichte – und letztlich der puren Freude am Fahren. Doch das Schicksal schlug zu. Nach seinem Tod gelangte der Chevrolet in den Besitz seines Sohnes, wo er erneut lange Zeit ungenutzt blieb.
Wem gehört das Lottoticket für das Auto?
Die Original-Bedienungsanleitung von 1927 ist erstaunlich direkt: „Eine Bedienungsanleitung kann Ihnen sagen, was Sie tun und was Sie nicht tun sollen. Sie kann Ihnen sagen, wie Sie es tun sollen und wann Sie es tun sollen. Aber sie kann nicht garantieren, dass all diese Dinge ordnungsgemäß und zum richtigen Zeitpunkt erledigt werden. Wie man es auch dreht und wendet, der Besitzer oder Fahrer des Automobils, nicht der Hersteller, bestimmt über dessen Schicksal.“ (Allein die Sprache jener Zeit ist schon ein Genuss.)
Jelle, der Veteran, in Bildern
Als seinem Sohn aufgrund von Motorproblemen das Wissen oder die Zeit fehlte, den Chevrolet Capitol wieder fahrtüchtig zu machen, nahm Jelle über seine Kontakte in der Oldtimer-Szene Kontakt auf. Er erwarb den Capitol und bereitete ihn für ein neues Leben in seinem Museum in Metslawier, Friesland, vor.
Jelle: „Für mich ist das ein wunderschöner Oldtimer. Das holzverkleidete Dach, die einzigartige schwarze Sonnenblende über der Windschutzscheibe, der lange Dreigang-Schalthebel … Der glänzende Lack in einer typischen Farbe der späten 3er-Jahre, der Innenraum, der einst von der Frau des Regisseurs perfekt restauriert wurde. Und diese authentischen Details, wie die Temperaturanzeige oben auf dem Kühler; kurzum: eine Schönheit.“
Vakkundig-Team
Da eine Generalüberholung notwendig war, wurden die Spezialisten von Leeuwarden Motoren Revisite (LMR) hinzugezogen. Es handelte sich um erfahrene Fachkräfte mit vierzig Jahren Berufserfahrung. Qualität hat in dieser Branche oberste Priorität; ihre fachgerechte Arbeit gewährleistete einen einwandfrei funktionierenden und zuverlässigen Motor.
Garantie für ein dauerhaftes Leben
Das Museum sichert nun den Fortbestand des Chevrolet Capitol. Ein Ehrenplatz für ein Produkt von General Motors aus einer Zeit, als GM Autos für jeden Geldbeutel und jeden Zweck baute. Man denke an Chevrolet, Pontiac, Oldsmobile, Buick, Cadillac und GMC-Trucks. Jedes dieser Modelle blickt auf eine ehrenvolle und erfolgreiche Vergangenheit zurück; und dank des Veteranen Jelle hat dieses Capitol nun auch eine erfolgreiche Zukunft.
(Unten sind noch einige Bilder.)


Schade, dass keine Fotos vom Innenraum und vom Motorraum enthalten sind. Ansonsten ein toller Artikel!
Dieser fast 100 Jahre alte Chevrolet ist ein wahrer Augenschmaus. Man wünscht sich fast, diese Autos könnten sprechen und Geschichten aus ihrem Leben erzählen.
Dieses Exemplar hatte großes Glück; es gibt etliche unvollendete Restaurierungen, die hier und da zum Verkauf angeboten werden und leider im Müll landen, weil die Leute keine Lust mehr haben, sie zu vollenden. Mein Respekt gilt diesem Ergebnis.
In einem solchen Auto sollte man eigentlich nur in angemessener Kleidung fahren: ein Mann im Anzug mit Melone und eine Frau im Stil der Goldenen Zwanziger – das macht das Bild komplett.