Ebenfalls klassisch: die Klettergerüst-Stilsäule

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Es gibt Klassiker zu kaufen (Kopie)

Wir leben im Königreich der Niederlande. Jeder hat zu allem eine andere Meinung. Und wir können bei dieser „Feststellung“ ziemlich starr bleiben:

„Restaurierungen müssen erstklassig sein“
„Nichts ist schöner als echte Patina“
„Alle Italo-Klassiker leiden unter E-Problemen“
„Englische Klassiker verlieren Öl“
„Klassische Motorräder haben nur dann einen finanziellen und emotionalen Wert, wenn sie ab Werk original sind“

Der letzte Ansatz ist ein Meer zwischen sehr weit entfernten Stränden. Für eine Restaurierung durchsuchte ein befreundeter BMW-Restaurierungsspezialist alle Länder nach dem richtigen Tankdeckelschlüssel für eine BMW R68. Und da war auch noch was an den einzig richtigen Ventilkappen. Toll, nicht? Der 100 % korrekt restaurierte R68 kostete den stolzen Besitzer 43.000 €.

Das ist eine Menge Geld. Aber es ist auch ein sehr seltener, originaler Klassiker.

Viel seltener und laut Fat Vandale sicherlich „original“ ist der Satz „Kletterrahmen“, der kürzlich von einem Motorradhändler übernommen wurde. Okay, wir leben in einer Welt, in der Motorräder als „Scrambler“, „Bobber“, „Huggers“, „Baggers“, „Café Racer“, „Choppers“ und „Bratstyle-Bikes“ bekannt sind. Dabei handelt es sich häufig um ältere Motoren, die umgebaut wurden … nun ja: die eben erwähnten Dinge. Und zum „Klettergerüst“ haben sie vom kalendarischen Alter her oft das richtige Geburtsdatum. Doch was sollen wir als Klassik-Enthusiasten mit dieser Schönheit machen?

Der fast berühmte „Klettergerüst-Stil“ basiert auf fleißiger Handwerkskunst und einem begrenzten Sinn für Schönheit. Die Inspiration muss aus der Zeit vor dem Internet stammen, als amerikanische Motorradzeitschriften nur sporadisch hierher importiert wurden. Und die Schönheit wurde durch eine Art postcalvinistischen, sparsamen Überschwang ersetzt.

Optisch am interessantesten war, dass am Radstand und Lenkkopfwinkel nichts verändert wurde. Dem Rest wurde viel Raum zum Erscheinen gegeben. Dadurch wirkte es in Bezug auf Linien und Proportionen bizarr überladen. Die Tatsache, dass diese Konstruktionen nun aus Schuppen entstehen, spiegelt offenbar auch die Endlichkeit ihrer Erbauer/Eigentümer wider.

Und wertmäßig seien sie die ultimative Kristallisation der Oldtimer-Preise im Allgemeinen: „Es kommt nur darauf an, was der Narr dafür bezahlt.“

Aber sind sie Ikonen einer Ära? Ja!

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Ebenfalls klassisch: der Klettergerüst-Stil
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Ebenfalls klassisch: der Klettergerüst-Stil
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6 Kommentare

  1. Ich habe immer verstanden, dass sie aus folgendem Grund Klettergerüste genannt werden:
    Die Motorräder waren mit einer (viel) längeren Vordergabel ausgestattet, ohne dass der Rahmen angepasst werden musste. Es gab also keinen anderen Motorhaubenwinkel, was dazu führte, dass der Rahmen aufgrund der langen Vordergabel vorne viel höher stand, was auch dazu führte, dass der Block schief und hoch vom Straßendach hing. Die Proportionen sind völlig verschwunden und wegen der hohen Position ... ein Klettergerüst.

  2. Nun, es gibt Original im Sinne von „Ordner-Original“ und Original im Sinne von „Es gibt kein zweites davon“.
    Letzteres ist manchmal einfach ein guter Grund dafür. . . .
    Aber auch das „Prospekt-Original“ kann zum Drama werden, wenn in diesen Prospekten „Vorserien“-Modelle etc. verwendet wurden.
    Dann sieht man oft Teile oder Dinge, die nicht oder nicht so geliefert wurden, und eine ewige, unbefriedigende und traurige Suche beginnt./

    Ich denke, dass es für beide „Originale“ etwas zu sagen gibt, einige sind auffällig, andere irritieren die Netzhaut, und das gilt für beide Formen des Originals 😀

  3. Wenn der jetzige Besitzer damit zufrieden und stolz darauf ist, dann ist es gut. Und wenn dann noch jemand geboren wird, der, wenn es zur Adoption angeboten wird, ein akzeptables Angebot dafür machen möchte, dann ist das völlig in Ordnung.

  4. „Klettergerüst-Stil“ und ein „begrenzter Sinn für Schönheit“. Du beschreibst es wirklich wunderbar, Dolf. Wenn ich mir die Fotos ansehe, muss ich zugeben, dass es sich dabei um viele sehr fachmännische Arbeitsstunden handelt. Dass ich diese Dinger hässlich finde, na ja…. Über den Geschmack lässt sich natürlich nie streiten. Freigeister verdienen freie Hand, und das ist es, was wir wollen! Also absolut großartig!!

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