Redaktionsschluss für die Februar-Ausgabe -> 16. Dezember
Der Fiat 1200 Trasformabile ist ein kuscheliges, frühlingshaftes Auto mit „Bürostühlen“.
Solange deine Frisur gut aussieht … Tja, vergiss es im Fiat 1200 Trasformabile. Hier erlebt man puren Fahrspaß, aber Moment mal, zuerst gibt es zwei Dinge zu tun: allen Bewunderern zuwinken und sich umdrehen. Ja, wirklich. Dieser kuschelige, federnde Wagen aus Turin hat Bürositze an Bord, die sich um ihre vertikale Achse drehen lassen. So brauchst du keinen unhandlichen SUV für bequemen Einstieg. Genieße das genaue Gegenteil.
Text & Fotografie: Aart van der Haagen
Versuchen Sie nur einmal, dem einnehmenden Charme des Fiat 1200 Trasformabile zu widerstehen, einer Kreation des hauseigenen Designers Fabio Luigi Rapi, obwohl manche das Design fälschlicherweise Pininfarina zuschreiben. Bei Fiat markierte das Jahr 1953 den Beginn einer völlig neuen Ära für die Mittelschicht, in der immer mehr wohlhabende Menschen einkaufen gingen.
Eine neu entwickelte Limousine und ein Kombi mit selbsttragender Karosserie standen bereit, technisch konfiguriert vom genialen Chefingenieur Dante Giacosa und seinem Team. Offenbar blickten die Verantwortlichen im Unternehmen optimistisch in die Zukunft und wagten es, mit bahnbrechenden, technisch eng miteinander verbundenen Konzepten vom bisherigen Kurs abzuweichen. Die Rede ist allen voran vom Fiat 1100 TV, einer echten Sportlimousine und womöglich der ersten ihrer Art, ausgestattet mit einem deutlich leistungsgesteigerten Motor, der statt 36 PS nun 50 PS leistet, und einer grundlegend veränderten Karosserie.
Schlank
Direkt daraus entstand die große Neuigkeit des Jahres 1955: der Trasformabile, der die Besucher des Genfer Autosalons kurz vor Frühlingsbeginn begeisterte. Die offene Version folgte 1956 mit einem etwas verfeinerten Motor, dem Typ 103 E, aus dem die Ingenieure drei zusätzliche PS herausholten. Dennoch empfanden manche Käufer dies für einen offenen Sportwagen als etwas mager, weshalb die Weiterentwicklung für 1957 wie ein Geschenk des Himmels kam. Fiat ergänzte die Modellpalette um den 1200 Granluce mit einer großzügig verglasten, hochmodernen Karosserie oberhalb des 1100. Vom Granluce übernahm der Trasformabile wiederum den vergrößerten 1221-Motor, der nun 58 PS nach SAE-Norm und 55 PS nach CUNA-Berechnung leistete.
Toller Trick
Hans van der Hoff von Van der Hoff Classic Cars in Tilburg, wo dieser rote 1200 Trasformabile zum Verkauf steht, demonstriert einen cleveren Trick. Er zieht an einem Hebel, drückt die Rückenlehne des Fahrersitzes von sich weg und dreht so den Sitz zur Tür. „Als Beifahrer kann man das ganz einfach nachmachen. Praktisch zum Einsteigen.“ Die Einladung zum Einsteigen ist geradezu verlockend, und kaum ist es soweit, folgt fast automatisch eine Probefahrt.
Man muss sich erst daran gewöhnen, denn erstens greift die Kupplung abrupt, und zweitens liegen die Pedale so eng beieinander, dass man leicht mit dem Schuh an der Bremse hängen bleiben kann. Hinzu kommt, dass der temperamentvolle Italiener mit seinem spritzigen Motor wie eine Rakete beschleunigt – man muss also wirklich auf der Hut sein. Es fühlt sich ein bisschen an wie die erste Fahrt in einem Schnellboot, nicht zuletzt wegen des niedrigen Cockpits und der Panoramascheibe. Wir hätten beinahe vergessen zu winken, während wir in die Kurve gingen und den Wind vertrieben.
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