Michel Valkema verfiel der typisch niederländischen Geschichte des Ford Deluxe: Der Papierkram war der ausschlaggebende Faktor.

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„Geschichte bekannt.“ Man liest es oft in Anzeigen für Oldtimer, aber welchen Wert messen Liebhaber diesem Auto tatsächlich bei? Sehr viel, würde man wohl annehmen, wenn man Michel Valkema fragt. Er hatte eigentlich gar nicht nach einem Ford Deluxe Fordor Sedan V-8 von 1947 gesucht, aber die beiliegende Dokumentation, die seine rein niederländische Geschichte belegte, überzeugte ihn schnell.

Text & Fotografie: Aart van der Haagen

Ein weiterer solcher Begriff: „Original niederländisches Auto“. Oft wird er fälschlicherweise allein aufgrund des Kennzeichens behauptet, obwohl die Produktion tatsächlich im Ausland stattfand. Laut Gesetz ist dieser Status nur dann gerechtfertigt, wenn zumindest die Montage einmal in den Niederlanden erfolgte, und genau das scheint bei diesem Ford Deluxe der Fall zu sein. Einige Dutzend Arbeiter im „Amsterdamer Montagewerk“ in den Westhafen unserer Hauptstadt ergriffen im Frühwinter 1947 die Initiative und schlossen die Arbeiten am 25. Februar desselben Jahres ab. Eine drei Tage später abgestempelte Baugenehmigung belegt dies eindeutig.

Fehler in den Dokumenten erzählen die eigene Geschichte des Ford Deluxe Fordor Sedan.

Eine Zulassungsbescheinigung aus Leinen – viele von uns haben wohl noch nie eine in der Hand gehabt. Am 14. April 1956 ersetzte sie die bisherige Provinzgenehmigung für diesen Ford Deluxe, die Fahrzeug und Halter bis dahin rechtlich miteinander verbunden hatte. „G. Meerdink's Hout en Bouwmaterialenhandel“ (G. Meerdinks Holz- und Baustoffhandel) wurde am 25. März 1947 mit einer Adresse in Winterswijk ausgestellt. Als Baujahr war fälschlicherweise 1946 angegeben worden, und die RDW (Niederländische Fahrzeugbehörde) übernahm dies beim Drucken des Leinendokuments.

An dieser Stelle schlich sich ein weiterer Fehler ein: Der Motor sollte angeblich sechs Zylinder und einen Hubraum von 3700 cm³ haben, während der Werkscode 69A tatsächlich auf einen 239 Kubikzoll großen V8-Motor (3923 cm³) hinwies. Ebenfalls aus dem Jahr 1947, genauer gesagt vom Donnerstag, dem 20. März jenes Jahres, stammt ein sogenannter Wiegebericht. Dieser war für die Erteilung eines Kennzeichens obligatorisch, da das Ergebnis die Höhe der Kfz-Steuer bestimmte.

Warum der Ford Deluxe Fordor Sedan nicht brummt, sondern plappert

Wie viele von uns stöbert auch Michel Valkema regelmäßig auf Marktplaats (einem niederländischen Online-Marktplatz), getreu dem Motto: Einem wahren Enthusiasten fehlt immer noch ein Auto. „Eigentlich war ein Ford V8 mit geschlossener Karosserie nicht so mein Fall. Ich interessiere mich mehr für Cabrios und Vorkriegsmodelle.“ Man könnte argumentieren, dass die in den Niederlanden montierte Limousine mit ihren amerikanischen Wurzeln gewissermaßen in die letztgenannte Kategorie fällt, da die Deluxe-Serie 1941 auf den Markt kam und nach einer Produktionspause ab Anfang 1942 ihre Laufbahn kurz nach Kriegsende von 1946 bis 1948 fortsetzte.

Von da an zeichnete sich der Wagen durch einen stark betonten, horizontal gestreckten Kühlergrill und – im Falle des V8 – den größeren 239-Kubikzoll-Motor aus, der ursprünglich für die Luxusmarke Mercury entwickelt worden war und nun bei Ford die 221-Kubikzoll-Version ersetzte, um ihm im Vergleich zum 226-Kubikzoll-Reihensechszylinder einen unverwechselbareren Charakter zu verleihen. „Ich habe den Wagen vor Ort bei einem Händler in der Achterhoek-Region begutachtet, zufälligerweise genau dort, wo er ursprünglich ausgeliefert wurde. Dass all diese alten Papiere noch vorhanden waren, war für mich neben dem Charakter des seitlich steuerbaren V8 der ausschlaggebende Punkt. Er summt nicht wie ein Reihenachtzylinder, er plappert.“

Die vollständige Geschichte, inklusive Fotos, finden Sie in der Dezemberausgabe von Auto Motor Klassiek, jetzt im Verkauf.

(Weitere Fotos unten.)

Ein Ford Deluxe Fordor Sedan von 1947 fährt durch die niederländische Landschaft vor einem Bauernhof.
Heckansicht eines Ford Deluxe Fordor Sedan auf einem klassischen niederländischen Bauernhof
Innenraum des Ford Deluxe Fordor Sedan mit Lenkrad, Armaturenbrett und Originalpolsterung
Motorraum des Ford Deluxe Fordor Sedan von 1947 mit V8-Motor und Seitenventilmotor.

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4 Kommentare

  1. Ich hatte das gleiche Auto, nur als Cabriolet in Weinrot. Mein Vater hatte es vom belgischen Zoll gekauft. Es war schon lange dort gewesen und einem Niederländer abgenommen worden, der damit Butter geschmuggelt hatte. Es war lange Zeit in seinem Besitz, 1956, aber dann bekam er ein gutes Angebot und verkaufte es wieder. Wir hatten schließlich eine Autofirma, und ich war gerade mal 18. Ich fand es schade.

    • Bel Air, Baujahr 1955, und ja, ein V8, einer der allerersten, aus Antwerpen, Erstbesitzer, Kennzeichen „or.NL“, erste Leinenzulassung, Originallackierung, unberührt, komplett original – was will man mehr?! Und ja, 42.000 km. 💪😇
      Frau zu verkaufen, 4Sale, in der Popi-Sprache

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