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100. Echtheitszertifikat für den Maserati 3500 GT Vignale Cabriolet-Prototyp (1959)
Nicht jeder Meilenstein misst sich an der Anzahl verkaufter Fahrzeuge. Manchmal sagt eine runde Zahl mehr über die Liebe zum Detail und die Herkunft aus. Maserati Classiche vergab sein 100. Echtheitszertifikat an ein Fahrzeug, das einen klaren Wendepunkt in der Geschichte von Maserati markiert: den Maserati 3500 GT Vignale Convertible Prototyp von 1959 mit der Fahrgestellnummer 101*505.
Maserati Classiche und das Echtheitszertifikat
Maserati Classiche wurde 2021 gegründet und hat seinen Sitz im Maserati-Werk in Modena. Die Abteilung unterstützt Kunden und Sammler bei der Erhaltung historischer Maseratis und ist Teil des Projekts BOTTEGAFUORISERIE. Ein wichtiger Bestandteil ist das Echtheitszertifikat: Hierfür prüft ein Expertengremium jedes Fahrzeug anhand technischer Merkmale, historischer Dokumente und der Maserati-Archive.
Die Zertifizierung ist für Fahrzeuge vorgesehen, die älter als zwanzig Jahre sind, und gilt auch für Sonder- und limitierte Editionen der Marke. Das hundertste Zertifikat stellt somit einen greifbaren Meilenstein in einem Programm dar, das sich mittlerweile fest in Modena etabliert hat.
Vignale, Michelotti und ein Prototyp mit einer Fortsetzung
Das zertifizierte Exemplar ist der 3500 GT Vignale Convertible Prototype, entwickelt von Carrozzeria Vignale unter der stilistischen Leitung von Giovanni Michelotti. Das Fahrzeug wurde 1959 auf dem Turiner Autosalon vorgestellt. Es wurden fünf Exemplare gebaut und es war Vignales erstes Designprojekt für Maserati. Das Projekt war nicht für die Serienproduktion vorgesehen, bildete aber die Grundlage für das spätere 3500 GT Vignale Cabriolet.
Das 3500 GT Vignale Cabriolet wurde zwischen 1959 und 1964 in etwa 250 Exemplaren produziert. In diesem Sinne stellt dieser Prototyp den Ausgangspunkt für Maseratis offene Grand-Touring-Modelle dar, die die Marke später auf die GranCabrio-Modelle ausweitete.
Restaurierung in Modena, zurück ins Jahr 1959
Der Wagen wurde Ende der 1950er-Jahre in Modena gebaut und zwischen 2023 und 2026 in derselben Stadt mit direkter Unterstützung von Maserati Classiche restauriert. Dabei wurden die Originalmerkmale anhand der historischen Archive von Maserati und unter Einbeziehung von Markenspezialisten überprüft. Ziel war es, den Wagen in den Zustand zurückzuversetzen, in dem er 1959 in Turin präsentiert wurde.
Der Prototyp präsentiert sich in Silber mit einem Interieur in Elfenbein und Rottönen, blauem Teppichboden und goldenen Details. Angetrieben wird er von Maseratis 3.485 cm³ großem Reihensechszylinder mit Weber-Vergasern, der 235 PS bei 5.500 U/min leistet und mit einem Viergang-Schaltgetriebe von ZF gekoppelt ist. Das Fahrwerk ist klassisch konstruiert, mit Doppelquerlenkern vorn und einer Starrachse mit Längsblattfedern hinten, die auf Borrani-Drahtspeichenrädern ruht. Maserati gibt eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 235 km/h an.
Der restaurierte Prototyp wird vom 16. bis 19. April im Rahmen der ersten Ausgabe des Anantara Concorso Roma in der Villa Borghese zwischen Casina Valadier und Piazza Bucarest ausgestellt. Dort werden rund siebzig seltene und prestigeträchtige italienische Automobile aus aller Welt präsentiert.
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Ein Prototyp wie dieser mit der Fahrgestellnummer 101*505 scheint ein Albtraum für die Restaurierung zu sein: Eine falsche Schraube oder ein falsches Polsterteil, und man streitet endlos darüber, was „original“ ist.
Es ist schön, dass sie wirklich tief in die Archive eintauchen und nicht einfach nur ihren Stempel draufkleben. Bei einem Prototyp mit einer solchen Geschichte will man einfach wissen, was noch original ist und was später hinzugefügt wurde.
Ich denke, ein solches Echtheitszertifikat ist besonders dann von Vorteil, wenn Sie das Fahrzeug jemals verkaufen möchten. Vor allem bei diesen Fahrzeugtypen.