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Citroën GS (1972) von Sipke van der Kooi. Optimierte Nostalgie.

Citroën GS (1972)
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Das Herz von Sipke van der Kooi schlägt höher, wenn er bei seiner täglichen Arbeit Transporte aus der Vergangenheit vorbeiziehen sieht. Er ist ein Unternehmer, der mit seinem Fischkarren an verschiedenen Orten in Nordostfriesland Meeresfrüchte verkauft. Manchmal ergeben sich besondere Gespräche mit anderen Enthusiasten.

Von: Dirk de Jong

Nicht nur über die Verkostung der Meeresfrüchte, sondern auch über die Leidenschaft klassischer Autos. So brachten ihn Kontakte auf die Spur eines schönen Originals Citroën GS (Club) in wunderschönem Blue Platine, das ursprünglich 2019 aus Belgien in die Niederlande kam. 

schlummernde Sehnsucht

Sipke: „Lange schlummerte der Wunsch, eine GS zu besitzen, die Lust auf unübertroffenen Federkugeln zu schweben und das eigenwillige Design, das diese GS ausmacht. Die Suche nach einem guten Exemplar war nicht immer erfolgreich, in den meisten Fällen hatte die GS den Kampf gegen den Rost bereits verloren. Aber auch die Tatsache, dass die GS noch in der Sammlung fehlte, ließ immer mehr den Wunsch aufkommen, in diesem ungewöhnlichen Modell ein cooles Exemplar zu finden.“ 


Erste Serie

Und weiter: „Ich hatte mir die erste Serie mit dem schönen alten Armaturenbrett mit drehbarer Lupe als Tacho und dem 1015 ccm-Motor mit dem sogenannten Rohr-Alu (was auf Alu-Einlassrohre hinweist) und den nach außen hin ausgestellten Rückleuchten ins Auge gefasst irgendwann...“ 

Die französische Schlacht? 

Sipke schreibt weiter: „Das Einzige, was man beachten muss, sind die Unregelmäßigkeiten im Lack. Wahrscheinlich vom belgischen Besitzer mit französischem Touch neu lackiert. Es wird ein totales Sprühen.“ 

Tanz Sohn Jus

„Die Entscheidung ist jetzt: Soll ich diese GS von 1972 ‚Dans son jus' verlassen oder wir ihr einen neuen Anstrich verpassen, der den alten Glanz natürlich verschwinden lässt. Bei der Entscheidung muss der gesunde Menschenverstand Vorrang haben.“  

Seltsames Auto? 

Die GS ist sehr schön gefüttert, sehr bequem. Aber in den Jahren seiner Einführung, wie viele Vorgängermodelle von Citroën, heftige Unterstützer und ... Gegner. Citroën selbst ging für die Auszeichnung, in der Promotion sprachen sie davon, sich vom Peloton zu distanzieren, einfach zu führen. Mittlerweile zum Klassiker geworden, wird er im Alltagsverkehr oft angestarrt. Mit seinem luftgekühlten Vierzylindermotor – der praktisch lautlos ist – erreicht er mühelos eine Höchstgeschwindigkeit von 150 Stundenkilometern. 

Ein aufgehender Stern

Sipke: „Die GS ist ein aufsteigender Stern, die meisten Fans von Citroën Entscheiden Sie sich für einen DS oder einen 2CV, aber diese sind inzwischen unerschwinglich geworden. Und der Markt von Angebot und Nachfrage zeigt, dass auch der GS an Wert gewinnen wird. Die Wertschätzung kommt, das merkt man deutlich beim Fahren, viel Aufmerksamkeit und anerkennende Worte.“ 

Am Ende zählt für Sipke, dass er stolz auf seine sehr gut aussehende, sehr schöne GS sein kann. Dass er ein Urteilsvermögen hat – wegen seines Besitzes – macht dieser Artikel deutlich.

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12 Kommentare

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  1. Ich hatte einen Grünmetallic von 1977. Komisch war, dass das Radio in der Mittelkonsole und die Handbremse im Armaturenbrett war. Man konnte das Auto in der Höhe in drei Positionen einstellen und hin und wieder fuhren wir auf der höchsten Position durch das Zentrum von Roosendaal, was viel Aufmerksamkeit auf sich zog. Ich war einmal beim Fußball und habe meinem Kumpel schon meine Schlüssel gegeben, als ich mit dem Schiedsrichter zum Parkplatz kam sagte er Da ist jemand in meinem Auto! Das war mein Kumpel, der Ringrichter hatte die gleiche Farbe und der Schlüssel passte zu beiden Autos, er hat sich sehr darüber gelacht. Habe ziemlich viel Benzin verbraucht, aber super gefahren.

  2. einzigartig, kaufte in Paris eine neue mit 1200 ccm und die gleiche Kneipentour. Alles wastiepiesch Frans berührte, dieser Schrei starb auf unseren Zungen in NL, die Kupplung, Schürhaken, Bremsen. Man konnte es sich ansehen, ohne sich zu langweilen, fahren und sich diese fantastische kleine Maschine anhören.Ich wurde wütend auf einen englischen Freund, der am Sun Quai entlang der Seine fuhr und den Motor auf 6500 U/min aufdrehte. Musste das Auto leider nach 3 Wochen zurückgeben, da es sich um einen Mietkauf handelte.

  3. Mein Vater hatte die gleiche GS mit der gleichen Farbe wie auf den Bildern. Wir lebten in Monnickendam und arbeiteten in Amsterdam und pendelten jeden Werktag auf der E10. Eines Tages zwischen Amsterdam und Broek op Waterland schlief meine Schwester auf dem Rücksitz. Überholen eines verrückten entgegenkommenden Autos auf unserer Straßenseite. Mein Vater sah die einzige Möglichkeit die GS den Hang zwischen den Bäumen hinab zu lenken, schräg auf 2 Rädern, wegen der schwachen hydropneumatischen Federung lenkte die GS weiter gut und landete zum Glück wieder auf 4 Rädern. Meine Schwester ist mit einem Huh aufgewacht? Wir erzählten ihr viel später, was passiert war. Wann kommt Citroën wieder mit einem Auto, das diese fantastische Federung hat?

  4. Ende der 70er Jahre fuhren meine Eltern eine GS Break (Brèck, wie man es ausspricht).
    Leider sind wir bei einer Winterfahrt auf einer rutschigen Landstraße mit einem Baum gegen einen Baum gefahren, danach sind wir mit einem Reißverschluss Ami´s Super gefahren ... auch schön ..; gleichen Block in einem leichteren Wagen.

  5. Wir haben auch seit 4 Jahren eine gebrauchte GSA in der Familie.
    Trotz des kleinen Motors fuhr das Ding wie ein Speer und klebte das Auto auf der Straße fest.
    Es war auch ein zuverlässiges Auto, aber unter der Haube musste man ohne besonderes wegbleiben Citroen Werkzeuge und Extras Citroen Technikwissen.
    Die GSA (bzw. Plastic Bertrand Version, wie eingangs erwähnt) waren optisch deutlich weniger ansprechend als die erste Version, aber das war im Geiste der 80er Jahre schwarzes Plastik angesagt zu finden.

  6. Auffallend ist, dass viele Interviewpartner in dieser Kolumne Sipke heißen oder einen anderen traditionellen friesischen Vornamen haben. Das mag etwas über den Redaktionsbezirk sagen, über das Durchschnittsalter der Enthusiasten, aber vielleicht auch, dass die meisten Klassiker unseres Landes in den nördlichsten Provinzen angesiedelt sind.

  7. Ich habe selbst eine GSA. Also sozusagen die Plastik Bertrand Version der GS. Was mir auffällt ist, dass GS und GSA oft nicht auffallen. Denn das Auto war seiner Zeit so weit voraus, dass ein Nicht-Kenner nicht erkennen kann, dass das Modell/Konzept vor mehr als 50 Jahren konzipiert wurde. Vor 50 Jahren, liebe Freunde, vor 50 Jahren.

    Ich war vor kurzem auf einer Messe/Besprechung im Autotron, Rosmalen. Ältere Autos hatten einen separaten Eingang. Die jugendliche Wache musste den Corona-App-Check machen und schaute in meine GSA. Er sah das Armaturenbrett und liebte es als einen schönen Vorläufer des heutigen Digital-, Tacho- und Warnlampenschemas. Schön, wie aufgeregt er war.

  8. Unsere Grundschullehrerin der fünften Klasse hatte eine. Sind fertig. Da ich einmal mit ihm gefahren bin, erinnere ich mich an die Lupe als Tacho. Ich erinnere mich auch, dass es schön und komfortabel war und im Verkehr gut zurechtkam. Ich weiß nicht genau welcher Motor drin war. Meister Van den Bosch hat ihn viele Jahre lang gefahren. Ich erinnere mich daran. So ein schönes und besonderes Auto. Ich habe ihm immer beim Wegfahren zugesehen, wenn das Wasser aus dem Auspuff tropfte und spritzte, wenn er mit kaltem Motor wegfuhr. Schöne Erinnerung.

    • Bin auch schon ein paar mal in so einer schönen GS gefahren. Erinnere mich an die Handbremse im Armaturenbrett.
      War wie der Stiel einer Kohlenschaufel.

    • Toll, dass das Fahren in einem ('besonderen' ... hat nichts mit dem Preis zu tun) Auto auch noch nach vielen Jahren in Erinnerung bleibt. Ich liebe Autos, besonders solche mit Charakter… aber eigentlich „alle“ Autos, auch die banalen, die später manchmal „besonders“ werden, wie ein Ford Escort MK1… fahren mit etwas, das einen Motor hat… . Selbst der einfachste Benzin- (oder Heizöl-) Motor ist für mich immer noch ein Meisterwerk. Früher stand eine Marke meistens für etwas, es war immer etwas Mysteriöses um sie herum. Ich erinnere mich zum Beispiel gut an den Ford Capri MK1, Opel Kadett 2, Audi 80 MK1 und Citroën Ami 6 Pause… Elternautos, mit denen ich als 12-Jähriger zum Internat fahren durfte. Wir hatten dann eine 200D /8… die wir am Ende behalten haben… steht in einer Ecke unter einem Tuch. Das Besondere, in dem ich als Kind mitfahren durfte, war ein Rover SD1 V8 MK1. War damals ein brandneues… unglaubliches Auto! Citroëns waren eigentlich immer a-typisch… manchmal, wie diese GS, mit etwas trauriger Miene, dito für den CX.

      • Da stimme ich voll und ganz zu Eddy, ich merke, dass mir immer mehr Autos gefallen werden. Von der Vorkriegszeit über die 50er bis manchmal sogar in die 90er. Teure Marken, aber vor allem die regulären. Man muss sich nur ein Auto schnappen und dann ist es Egal ob Ami 8, oder GS mit frühem Armaturenbrett, Simca 1501, Audi 80. Was schön ist, entscheiden wir selbst. Aber, dass der W115/114 ein schöner Mercedes ist, wir haben auch einen in die Sammlung. Marcel

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