Datsun 100A (1971) Greifbare Liebe für André

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Eine bemerkenswerte Geschichte über den Datsun-Händler Hoevenaars aus Berlicum (NB), der in den 70er-Jahren während der großen japanischen Invasion sehr aktiv war. Oder besser gesagt: Er erlebte ein neues Kapitel der Automobilgeschichte mit, den Aufstieg japanischer Autos in den Niederlanden. Wir alle wissen: Ein zuverlässiger Händler ist Gold wert. Freundliche Menschen, sowohl im Verkauf als auch in der Werkstatt. Hier waren menschliche Zuwendung, Vertrauen und Fachkompetenz von größter Bedeutung. Ein gemeinsames menschliches Merkmal ist das Interesse an der Vergangenheit. Alles noch einmal erleben zu wollen. Das war das Ziel von André Hoevenaars, dem Inhaber des Datsun-Autohauses von Mai 1968 bis zur Übernahme im Januar 1999. Und in dieser Geschichte spielt ein Modell eine Schlüsselrolle: der Datsun 100A.

Datsun 100A und der Beginn des Autohauses im Jahr 1968

Als wir im Mai 1968 Datsun-Händler wurden, begannen wir mit zwei Modellen: dem Datsun 1000 und dem Datsun 1600 (Bluebird 510). Beide Modelle zeichneten sich durch ihre elegante Linienführung aus. Später, im Jahr 1970, kam der Datsun 1200 hinzu, erhältlich als Zwei- und Viertürer sowie als Kombi. Auch diese Modelle hatten eine elegante Linienführung, und wir waren mit ihrem Verkaufserfolg sehr zufrieden.

Damit war der Grundstein für den späteren Erfolg des Datsun 100A gelegt. Der Name Datsun stand bereits für Zuverlässigkeit und Erschwinglichkeit, genau das, was niederländische Autofahrer schätzten.

Datsun 100A Cherry (E10), eingeführt 1971

Ehrlich gesagt waren wir überrascht, als im Mai 1971 ein neues Modell auf den Markt kam: der Datsun 100A, genannt Cherry (Typ E10). Laut Importeur war er die Überraschung des Jahres. Unter dem Motto „Auf Datsun ist Verlass“ sollte dieses Auto ein Erfolg werden, auch weil es die Geldbeutel seiner neuen Besitzer nicht übermäßig belasten würde.

Der Datsun 100A Cherry war für seine Klasse technisch fortschrittlich. Er verfügte über Frontantrieb, Einzelradaufhängung rundum und einen quer eingebauten Vierzylinder-A10-Motor mit 988 cm³ Hubraum. In der europäischen Version leistete er rund 58 PS (DIN) und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 140 km/h. Der Datsun 100A war außen kompakt, bot aber dennoch genügend Platz für eine junge Familie. Damit war er 1971 ein bemerkenswerter Neuling im C-Segment.

Verkaufserfolge des Datsun 100A in den Niederlanden

Ehrlich gesagt, war unsere erste Reaktion: Sollten wir dieses Modell überhaupt verkaufen? Wir hatten große Schwierigkeiten, uns daran zu gewöhnen, da es sich völlig von unseren ersten Modellen aus Japan unterschied. Schnell wurde uns aber klar, dass wir es komplett falsch eingeschätzt hatten. Die Leute fanden es ein wunderschönes Auto, und es verkaufte sich auf Anhieb hervorragend.

In den gesamten Niederlanden fand man das Modell fantastisch. Wir – und auch einige Kollegen – konnten so viele Exemplare verkaufen, dass Wartezeiten von fast neun Monaten entstanden. Manche Kunden entschieden sich sogar für eine andere Farbe als die des zuerst bestellten Wagens, was wirklich bemerkenswert war.

Der Datsun 100A avancierte in den Niederlanden schnell zu einem der beliebtesten japanischen Kompaktwagen. Zuverlässig, sparsam und preislich attraktiv, bewies der Datsun 100A, dass japanische Autos nicht nur exotisch, sondern schlichtweg besser konstruiert waren. Datsuns Ruf war damit gefestigt.

Datsun 100A für 6.650 Gulden: Die persönliche Geschichte

Für den Datsun 100A auf den Fotos blicken wir zurück ins Jahr 1971. Frau Van Esch kaufte meinem Vater einen Datsun 100A für 6.650 Gulden ab. Ein Verkaufsgespräch war fast überflüssig. Innerhalb einer halben Stunde hatte mein Vater die Rechnung erstellt und sie unterschreiben lassen – für ein Auto, das zu ihrem Lieblingswagen werden sollte.

Mein Vater war überrascht, wie begeistert sie von dem Modell war und dass sie es so schnell gekauft hat. Das Besondere daran ist, dass dieser Datsun 100A mit dem Kennzeichen 46-75-SF nun wieder in meinem Besitz ist. Den ersten Datsun 100A hatte mein Vater verkauft, den wir dann zurückgekauft haben.

Als wir Frau Van Esch treffen, ist das erste Gesprächsthema der Datsun 100A. Er ist für sie noch immer ein geliebtes Auto und weckt schöne Erinnerungen. Sie freut sich, dass dieser Datsun 100A erhalten geblieben ist und eine wichtige Rolle in der Familie Hoevenaar spielt.

Es ist ein großes Vergnügen, die Vergangenheit wieder auf den Straßen zu sehen.

Familienerbstück und greifbare Erinnerung

„Da mein Vater zwei Monate nach diesem Verkauf verstorben ist, werden Sie verstehen, dass mir dieser Datsun 100A sehr am Herzen liegt und ich ihn für meine Kinder und Enkelkinder aufbewahren werde. Vielleicht können sie ihn eines Tages genießen. Sein Wert liegt nicht nur in der Technik, sondern vor allem in der Familiengeschichte.“

Die Gründe, einen Datsun 100A oder einen anderen Oldtimer zu besitzen, sind vielfältig. Zum Glück. Und genau das macht, wie diese Geschichte, alles so besonders.

Datsun 100A in Andrés Datsun/Nissan-Sammlung

Zuvor haben wir in Auto Motor Klassiek Andrés Sammlung wurde bereits vorgestellt (Februar 2025, unter dem Titel „Datsun/Nissan-Sammlung“). Sie erzählt die Geschichte dieses Technikers und seiner Sammlung restaurierter und erhaltener japanischer Autos. Er selbst bezeichnet sich nicht als Sammler. Er genießt seine Fahrzeuge und sieht seine Sammlung als greifbare Geschichte seines ehemaligen Autohauses.

Innerhalb dieser Sammlung nimmt der Datsun 100A einen besonderen Platz ein. Nicht weil er der teuerste oder seltenste ist, sondern weil dieser Datsun 100A die Liebe zur Marke, zu ihrem Vater und zu einer Zeit symbolisiert, als Datsun die Niederlande eroberte.

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(Unten sind noch einige Bilder.)

Datsun 100A (1971) Greifbare Liebe für André
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5 Kommentare

  1. Eine wunderbare Geschichte über André und seine Cherry! Auf den Fotos sehe ich zufällig die tausendste Sunny, die durch mich in Andrés Sammlung gelangte. Diesen „Deal“ werde ich so schnell nicht vergessen. Ich lasse die Details weg, aber ich war ziemlich stolz, auf diese Weise zur Sammlung beitragen zu können. Später besaß ich selbst auch so eine Sunny, und das brachte mich schnell wieder mit André in Kontakt.

  2. Alle Mazda-Modelle aus der ersten Hälfte der 70er Jahre wiesen etwas von italienischem Design auf.
    Sie waren allesamt wunderschöne Models.
    Das Foto zeigt das große Modell 929.

    Datsun 100A (1971) Greifbare Liebe für André

  3. Ein identischer A100 war früher das Alltagsauto unseres Nachbarn. Er fuhr ihn eine ganze Weile. Ein Mitschüler hatte ebenfalls diesen identischen weißen A100. In den strengen Wintern sprang der inzwischen etwas in die Jahre gekommene Wagen ab und zu nicht an. Ein Transporter mit Startpilot wirkte Wunder. Es war eine Teamleistung. Er startete den Motor, ich sprühte Startpilot ein. Es funktionierte einwandfrei. Außerdem lief der Wagen immer absolut geräuschlos. Eine schöne Erinnerung. Hin und wieder sehe ich einen A100 herumfahren. Wunderschön!

  4. Damals waren das wirklich schöne Autos, und mit ihrem Frontantrieb und dem quer eingebauten Motor waren sie fortschrittlich. Und ja, die mandelförmigen Seitenfenster brachten dem 100A und insbesondere dem Coupé die Spitznamen „Fahrradheber“ ein. Der rechte Außenspiegel hatte also durchaus seinen Zweck.

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