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Honda CB72 und CB77
Der japanische Zwilling, der alles veränderte
Heute lässt sich leicht sagen, dass Honda immer wusste, wohin die Reise gehen sollte. Dass alles Teil eines ausgeklügelten Masterplans war. Doch Ende der 1950er-Jahre war Honda vor allem neugierig. Soichiro Honda sah sich in Europa um, stellte Fragen, kaufte Motorräder und zerlegte sie. Nicht um sie blind zu kopieren, sondern um zu verstehen, warum etwas funktionierte. Und manchmal auch, warum es nicht funktionierte. Das Ergebnis dieser Neugierde schlug Anfang der 1960er-Jahre in der europäischen Motorradwelt ein: die Honda CB72 und CB77.
Vom Traum zur Tat
Hondas erste Zweizylinder-Motorräder, die C70 Dream-Serie, waren zwar technisch interessant, aber charakterlos. Sie waren komfortabel, ausreichend zuverlässig und modern gestaltet, wirkten aber, als wären sie in den 1950er-Jahren stehen geblieben. Das begann sie zu stören, insbesondere als Honda im Rennsport sein wahres Potenzial unter Beweis stellte. Siege bei der Isle of Man TT machten schmerzlich deutlich, dass Honda nicht nur konkurrierte, sondern dominierte. Und dieser Erfolg musste sich auch auf der Straße widerspiegeln.
1960 erschienen die CB72 (250 cm³) und die CB77 (305 cm³). Es handelte sich dabei nicht um weiterentwickelte Dreams, sondern um völlig neue Motorräder. Sportlich, elegant und mit für ihre Zeit fortschrittlicher Technologie. Honda schlug einen neuen Kurs ein – und das ohne Umschweife.
Technologie ohne Schnickschnack
Das Herzstück der CB72 und CB77 war ein hochtouriger, kettengetriebener Zweizylinder-Reihenmotor mit obenliegender Nockenwelle, der Drehzahlen erreichte, von denen viele britische Zweizylinder nur träumen konnten. Die 180-Grad-Kurbelwelle sorgte für ein agiles Fahrverhalten und geringere Massenträgheit als die ältere 360-Grad-Konstruktion. Die CB72 leistete 24 PS bei 9000 U/min, während die größere CB77 etwas mehr Drehmoment und eine Höchstgeschwindigkeit von fast 160 km/h bot. Das waren beachtliche Werte Anfang der 1960er-Jahre.
Der den Motor tragende Rückgratrahmen verlieh den CBs ein steiferes und leichteres Chassis. Der Ein- und Ausbau des Motors gestaltete sich relativ einfach, und die 33-mm-Teleskopgabeln waren modern und effektiv. Ab 1961 verfügten die Modelle über eine Doppelbackenbremse vorne, was verdeutlichte, dass Bremsleistung mindestens genauso wichtig war wie Geschwindigkeit.
Kinderkrankheiten und weitere Entwicklung
Sie waren nicht perfekt. Honda hatte in den Vorjahren mit Problemen an Kupplungen, Kurbelwellen und Schmiersystemen zu kämpfen gehabt. Die CB-Serie war die Lösung. Die Kupplung wurde auf die Primärwelle des Getriebes verlegt, die Schmierung verbessert und Schwachstellen schrittweise behoben. Mitte 1961 wurde nach einer Flut von Garantieansprüchen sogar die Schmierung des rechten Kurbelwellenlagers modifiziert. Honda lernte schnell und verbesserte sich noch schneller.
Das zahlte sich aus. Während europäische Hersteller Probleme mitunter jahrelang ungelöst ließen, gab Honda nicht auf. Bis 1964 waren die meisten Kinderkrankheiten behoben, und es gab eine Maschine, die nicht nur schnell aussah, sondern es auch war.
Supersportwagen für Normalsterbliche
Was die CB72 und CB77 so besonders machte, war ihre Vielseitigkeit. Sie waren schnell genug, um britischen Zweizylindern Konkurrenz zu machen, und gleichzeitig zuverlässig und alltagstauglich. Mit den Yoshimura-Rennkits konnten Motorradbegeisterte ihre Hondas in vollwertige Rennmaschinen verwandeln. Komplettpakete mit Stummellenkern, Rennvergasern, scharfen Nockenwellen und sogar einem Fünfganggetriebe waren problemlos erhältlich. Viele Rennkarrieren begannen auf einer CB.
Honda hatte sein Image endgültig abgelegt. Nicht länger ein fügsamer Nachahmer, sondern ein Hersteller, der die Spielregeln neu definierte. Die Tatsache, dass später sogar europäische Marken begannen, japanische Technologie zu kopieren, spricht Bände.
(Die Fotos finden Sie weiter unten.)

Ich stimme JP in Bezug auf deutsche Autos vollkommen zu. Ich habe meinen drei Jahre alten A8 gegen einen anderen deutschen Wagen eingetauscht, von dem ich hoffe, dass er lange hält. Nach Ablauf der Garantiezeit hat mich der A8 rund 9000 € an Reparaturkosten gekostet. Dank der fortschrittlichen Technologie war er seiner Zeit voraus, insbesondere was die Werkstattkosten angeht.
Herr Jabuy, ich kann Sie gut verstehen, obwohl mir dieser Fehler selbst noch nie unterlaufen ist. Wie ich bereits in AMK schrieb: Der VW-Konzern investiert Milliarden in Marketing und Werbung und versteht es hervorragend, negative Aspekte zu verbergen (wahrscheinlich geben sie dafür auch Unsummen aus). Denken Sie nur mal darüber nach: Warum gibt es bei einem deutschen Auto nur 2-3 Jahre Garantie, während beispielsweise ein Lexus bis zu 12 Jahre bietet? Toyota bietet deutlich mehr, und selbst Suzuki gibt mittlerweile 5 Jahre Garantie auf den Motor und noch einige Jahre mehr auf das Auto! Viel Glück mit Ihrem anderen deutschen Auto!
Ich bin auch von einer A7 (Bij Stormweer Afstappen) umgestiegen und habe mir eine gebrauchte CB77 (Baujahr 1965) gekauft, ein recht gutes Exemplar, also mit der Kupplung an der richtigen Stelle, aber noch mit einem Zentrifugalölfilter. Ein Freund von mir hat das Gleiche gemacht, aber er ist damit wie ein Angeber gefahren (maximale Drehzahl 3800-4200 U/min). Die kleine Honda kam damit nicht klar. Obwohl wir die Kolben nach dem vierten Mal wechseln mussten (sie waren durch Überhitzung durchlöchert), riet er ihm, sie wieder höher zu drehen, aber er konnte sich nicht daran gewöhnen und kaufte sich, nachdem er ein bisschen dazugelernt hatte, glaube ich, eine R50. Ich habe die Honda-Kolben an einem Abend gewechselt. Die Nockenwellensteuerung war einfach: Man musste nur den gefrästen Teil des Nockenwellenrads im Zylinderkopf parallel zur Oberseite des Zylinderkopfes positionieren. Der rechte Kolben oben ist immer gut! Die Reparaturkosten, Kolben, Dichtungen und Arbeitsstunden, beliefen sich auf 100 Gulden. Meine eigene 305er hatte einmal eine Panne; Die Primärkette riss und verursachte erheblichen Schaden. Auch ich erlitt Schaden, da das Hinterrad bei etwa 90 km/h blockierte. Aber was für ein tolles kleines Motorrad!
Es dürfte mittlerweile klar sein, dass die Japaner, auch bei Autos, die beste Qualität produzieren. Ob sie die Japaner überholt haben oder nicht, hängt natürlich vom Verbraucher ab! Und ja, die deutsche Produktion gehört definitiv nicht mehr zu den Top 10. Ausnahmen bilden vereinzelt Dieselmodelle.