Einsendeschluss für die Juni-Ausgabe -> 21. April
Renault Rodéo. Eine funktionale und freizeitorientierte Antwort auf den Mehari.
Minimalistische Strandautos sind eine französische Spezialität. Als die Produktion des Renault 4 Plein Air 1970 eingestellt wurde, mussten Frischluftfans nicht verzweifeln, denn der Renault 4 Rodéo erschien als sein Nachfolger. Der R4 Plein Air war nie mit festen Türen und einem Dach erhältlich, das den gesamten offenen Innenraum abtrennen konnte. Der Rodéo 4 hingegen ist in verschiedenen Ausstattungsvarianten verfügbar und soll ein deutliches Gegengewicht zu (unter anderem) dem Citroën Mehari wird sich bilden.
Mehrfacheinsatz
Ursprünglich als Freizeitfahrzeug gedacht, fand der Renault 4 Rodéo bald seinen eigentlichen Einsatzort, vor allem auf Baustellen und in der Landwirtschaft, bei Entwicklungsagenturen und sogar beim französischen Militär. Dies war dem bewährten, robusten Fahrgestell des Renault 4 Fourgonnette, dem extra langen Federweg für unebenes Gelände und der widerstandsfähigen Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff zu verdanken. Praktische Erwägungen hatten Vorrang vor ästhetischen Aspekten.
Fünf Lieferoptionen
Der Rodéo wurde in den Ateliers de Construction du Livradois (ACL) in Arlanc gefertigt. Daher trugen frühe Versionen auch das ACL-Logo. Der Renault 4 Rodéo war in fünf Varianten erhältlich: als offener Pick-up ohne Motorhaube und Türen („Evasion“), mit Stoffverdeck und Ladefläche („Chantier“), mit durchgehendem Stoffverdeck über Sitzen und Ladefläche („Coursière“), mit zusätzlichen Stoffseitenwänden, vorderen und hinteren Seitenfenstern sowie Kunststofftüren („Quatre Saisons“) und mit vollständig geschlossener, blickdichter Stoffverdeckhaube („Artisanale“).
Praktisch und mit Allradantrieb erhältlich.
Bis auf eine Heizung in der Kabine „Quatre Saisons“ gab es keine nennenswerten Annehmlichkeiten. Dafür ließ sich Schmutz und Schlamm nach getaner Arbeit einfach mit einem Gartenschlauch abspritzen. Auf Wunsch der Firma Sinpar wurde der Renault 4 Rodéo auf Allradantrieb umgerüstet, wodurch die Reichweite dieses minimalistischen Fahrzeugs noch einmal erweitert wurde. Unter der Haube des 640 Kilogramm leichten Renault 4 Rodéo arbeitete der 845 cm³ große Cléon-Fonte-Motor mit einer Leistung von 25 kW (34 PS).
Der größere Bruder, der Rodéo 6
Ab Herbst 1972 wurde auch der Rodéo 6 angeboten, der sich vom Rodéo 4 durch seine modifizierte Karosserie und den größeren Motor unterschied. Er verfügte über den 1108-cm³-Motor und den etwas stabileren Boden des R6, der eine breitere Spur ermöglichte. Auffällig war die kürzere Frontpartie im Vergleich zum Rodéo 4. Die Karosserie bestand erneut aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Ein Überrollbügel war ebenfalls serienmäßig, und wie beim Rodéo 4 war auf Wunsch der Sinpar-Allradantrieb erhältlich. Ab dem Modelljahr 1980 erhielt der Rodéo 6 den 1289-cm³-Motor des Renault 5 GTL (45 PS). Gleichzeitig wurde das Fahrzeug überarbeitet, was sich besonders an der Front bemerkbar machte. Dort kamen nun die Scheinwerfereinheiten des R14 zum Einsatz. Außerdem wurden die Stoßfänger vorn und hinten vergrößert. Anders als manchmal behauptet, wurden die Versionen 4 und 6 des Rodéo bis 1981 parallel weitergeführt. In diesem Jahr wurde die Produktion beider Typen eingestellt.
Neu entwickelt, das Rodéo 5
Im September 1981 löste der neu entwickelte Rodéo 5 die zuvor genannten Versionen ab. Die Plattform stammte vom Renault 4 Fourgonnette, der Antriebsstrang vom Renault 4 GTL. Die Karosserie wurde jedoch komplett neu gestaltet und modernisiert. Teilhol entwickelte für den Rodéo 5 einen Stahlrohrrahmen, an dem verstärkte Polyester-Karosserieteile befestigt wurden. Der Rodéo 5 war als „Quatre Saisons“-Version mit Türen und Seitenfenstern sowie als „Plein Air“-Version ohne Türen und Seitenfenster erhältlich.
'Farbe pro Jahr'
Die Karosserie war zweifarbig lackiert. Die Frontpartie mit Kühlergrill und Scheinwerfern sowie die A-, B- und C-Säulen und der Überrollbügel waren in einem dunklen Farbton (meist Schwarz oder Braun) gehalten. Motorhaube, Kotflügel und Türen erhielten eine kontrastierende, hellere Farbe. Teilhol bot pro Modelljahr nur eine Farbvariante an: Orange (1982), Grün (1983), Ockergelb (1985) und Elfenbein (1986). 1984 führte Renault außerdem die Sondermodelle Hoggar und Sologne ein. Zudem war der Wagen auf Wunsch wieder mit dem Sinpar-Allradantrieb erhältlich. Ende 1986 wurde die Produktion des Modells ohne Nachfolger eingestellt. Damit endete die Ära des Rodéo, in der insgesamt 60.000 Einheiten gefertigt wurden.

Ich muss gestehen, ich kannte ihn nicht!
De Citroën Der Mehari war natürlich ein vertrauter Anblick auf den Straßen. Noch besser: Mein Nachbar fuhr damals einen. Einen olivgrünen, wenn ich mich recht erinnere. Der kleine 2CV-Motor machte immer deutlich, wenn er zur Arbeit fuhr. Ein Rodeo muss mit seinem größeren Motor jedenfalls viel stärker gewesen sein. Schade, dass ich den Rodeo nie gesehen habe. Oder zumindest, falls doch, habe ich ihn nicht bewusst wahrgenommen. Wirklich schade.