Verkeerd afgelopen: Ein Fiat 500 und mehr…

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Es ist fair zu berichten, dass die Zukunft dieses Fiat nach Angaben des Verkäufers auch in einer Männerhöhle zu sehen war. Ehrlichkeit zwingt uns zu überlegen, ob das überhaupt eine Option ist.

Früher, weit vor der APK-Pflicht, war das Leben klarer

Mit alten Zeitungen, Dachpappe (wenn richtig in den Boden eingebrannt), Eisenblech und Stahlspachtel und viel gutem Willen und Fantasie wurde trostloses Gebäck zum Verkauf zubereitet. Und wo wir jetzt Internet haben, hatten wir damals den berühmten oder berüchtigten Utrechter Automarkt. Dieses Phänomen hat endlich ein Ende, nachdem sich das Terrain und die Umgebung des Automarktes verändert haben.Es ist eine gelungene Kreuzung zwischen dem ultimativen freien Markt und einer öffentlichen Toilette.

Beun de Haas

Der Utrechter Automarkt war ein Zufluchtsort für die ganze Familie von Beun de Haas und die Testversionen der heutigen Neoliberalen. Sägemehl oder Bananenschalen in Getrieben und Differentialen. Grober Sand oder Talkum in Kupplungsgehäusen, um toten Kupplungsscheiben den letzten Halt zu geben. Der großzügige Einsatz von Viskositätsverstärkern verleiht dem Motoröl die geschmeidige Fließfähigkeit von gespültem Apfelsirup. Verrottete Schweller haben wieder Körper bekommen, indem Sie sich mit orangefarbenem Buchsholz vollstopfen. Darüber wurde eine Lage altes Zeitungspapier gelegt und der letzte Schliff mit einem Zentimeter Spachtelmasse dezent aufgetragen.

Das Wrack der Woche

Damals waren die Medien noch nicht flächendeckend vertreten, doch der Publikumsjubel wurde durch Kieskeurig, ein vierzehntägiges Verbraucherprogramm der TROS, serviert. Das wurde zwischen 1979 und 1993 ausgestrahlt. Es war neben Koning Client die zweite Verbrauchersendung im niederländischen Fernsehen.

Das Programm wurde erstmals von Mireille Bekooij und Hein van Nievelt . präsentiert

Nach Wim Bosbooms Wechsel von VARA zu TROS 1980 trat er an die Stelle von Hein van Nievelt und wurde der letzte Ersatzmoderator. Das Programm war hilfreich für Verbraucher bei Verbraucherbeschwerden oder -problemen. Auch Tests fanden statt.
Einer der regelmäßigen Abschnitte war „Das Wrack der Straße“ mit Fokus auf einen Verbraucher, der ein (meist sehr gebrauchtes) Auto gekauft hatte, das faktisch nicht mehr erfüllte. Der Artikel endete dann fast immer mit dem Wrack, das von einem Schneidbrenner zu Schrott verarbeitet wurde, zusammen mit dem Sample 'We'll never see that again' aus dem Song 'Het Vlooiencircus' des Cocktail Trios.
Das Programm wurde zuletzt 1993 ausgestrahlt, 1995 folgte das noch bestehende Consumer-Programm TROS Radar.

Ein Erlösmodell

Auf diesem freien Markt hatten einige meiner MTS-Kollegen einen netten Handel aufgebaut. Sie kauften Terminal Capris, Escorts und Käfer für fast nichts. Sie wurden mit allen oben genannten Mitteln und einigen zusätzlichen Optionen wieder "dicht" gemacht. Der Vater eines Klassenkameraden besaß eine Autolackiererei. Dort bekam das Gebäck einen fettigen schwarzen Mantel plus eine doppelte Portion goldenen JPS (John Player Special). Beim Graku in Wilnis konnte man sich für 25 Gulden pro Rad Verbreiterungsstreifen in die Felgen einschweißen lassen, inklusive Alu-Spritzung. Gepimpte Minilites waren beeindruckend optional, darunter vier fette Reifen. Bereit. Das waren gute Zeiten. Jedoch?

 

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21 Kommentare

  1. Oh wunderbare Geschichten wieder!

    Meine Gedanken schießen zurück zu meiner 1. Ka-dettje City SR.
    Nach einem Jahr Stolz: Angst!! Käse am linken Schweller. „Piet der Schweißer“, sagte ein Nachbarsjunge.
    Da ging es also und ich bekam es mit 2 fest verschweißten und angebissenen Schwellern zurück.
    Danach zog ich mit meinem MGB GT und meinem BMW 323i in den Kampf gegen Herrn Rust, allerdings jetzt in Restaurierungsform.
    Meine „Rostallergie“ führt mich nun dazu, jedes Jahr hohle Teile meines Abarth Grande Punto mit WD 40 zu beschichten und eine Brücke zu mieten, um die Unterseite sauber zu halten.
    Behält auch leicht zugänglich die Bindung zu meinem Ab.

  2. Nun, der Utrechter Automarkt. Als Mopedalter besuchte ich diesen Zirkus regelmäßig zusammen mit einigen Freunden zur Bildung und Unterhaltung. Und auch regelmäßig die skurrilsten Sachen damit gemacht. So lobte zum Beispiel ein etwas zwielichtiger Händler seine etwas müde Opeltje einem einfachen Gastarbeiter, der sein Geld mit fleißiger Arbeit verdient hatte. Und wollte daraus nun so etwas Luxuriöses wie ein Auto machen. Glaubt man dem Verkäufer, gehörte das müde kleine Auto einer alten Dame, die es sehr sorgfältig benutzt hatte, und das Auto war akribisch gepflegt worden. Dennoch wagte der arme Gastarbeiter zur Sicherheit zu fragen, ob der Motor dieses Mobils rund lief. Der Verkäufer tat so, als würde er aus der Haut springen, weil er seiner Gutmütigkeit so sehr misstraute, und antwortete wild: „Läuft es gut, Sir? Soll ich dir etwas sagen? So einen Motor hört man nirgendwo!" So wurde der Kauf getätigt und der Käufer übergab dem Subjekt sein hart verdientes Geld. Was dann sofort aus den Augen verschwand… Voller Zuversicht trat der neue Besitzer in sein gekauftes Statussymbol und drehte den Schlüssel um. Aber nichts ist passiert. Dann schau mal unter die Haube. Und weisst du was? Der Verkäufer hatte recht: So einen Motor hat man nirgendwo gehört. Es war nicht drin.....

  3. Peter, ich habe auch alles mit Polyester gemacht. Autos bei RDW kontrollieren lassen. Ich hatte alle Löcher mit Polyestermatten verschlossen. Dieser Mann RDW wollte ihn im Voraus abweisen. Nachdem er mit einem Hammer auf die vollgestopften Stellen geschlagen hatte, sagte er: "Es ist a komisches Gefühl, aber ich MUSS es gutheißen.“ Alle Autos kamen glänzend durch.

  4. Und ob das gute Zeiten waren Dolf.

    Schon kurz nach dem Erlangen des Führerscheins war ich (Baujahr 1955, jetzt mit Vorruhestand) im reichen Besitz einer NSU 1200 TT. Orange und in tadellosem Zustand.
    Nach dem Kauf war der Boden des Portemonnaies in Sicht, damit alles, was danach auf die orangefarbene Gefahr kam, nicht den Hauptgewinn kosten sollte.
    Für die Felgen sollte man daher nach Graku in Wilnis die vorhandenen Felgen verbreitern lassen, mit Breitgummi (Klebers) versehen.

    Dann den Katalog (den ich noch habe) vom Speed-Centre in Rotterdam geleckt (wer erinnert sich noch daran?) und sobald der Geldbeutel es wieder zuließ, wurde der Standard-NSU immer weniger Standard: Sportlenkrad, Cibies, Überrollbügel , Schalensitze, VDO-Zähler, Kartenleselampe, die nötigen Aufkleber inkl. Castrol da freies Öl über RAC-West….

    Viel gebraucht und daher immer weniger in tadellosem Zustand, aber viel Spaß mit diesem Auto. Zu einer Zeit, in der man sich noch mit einem gut sortierten Werkzeugkasten zur Wartung einem Auto nähern konnte.
    Umgehe das jetzt mit den modernen Sachen. Ohne Laptop und eine gute WLAN-Verbindung fängt man nicht mehr viel an...

    Anderen Zeiten …!

  5. Die APK-Pflicht für 50+ ist abgelaufen:
    In den nächsten 10 Jahren kann man hier und da schöne 70er Jahre Rattenlook Modelle antreffen…

  6. Genial geschrieben und sooooo wiedererkennbar!
    Aber ohne Zweifel gab es noch viel mehr schöne Sachen zu vernünftigen Preisen zu finden, die nicht endständig, aber hervorragend zu renovieren waren.
    Komm schon, Preise machen keinen Sinn mehr. Aber ja, das muss der Zeitgeist sein, ist aber sicherlich schade.
    Und außerdem, wie lange wir noch Freude an unseren jetzigen schönen Fahrzeugen haben, wage ich nicht vorherzusagen, befürchte aber, dass es mit dem Aussterben schnell vorbei geht oder viel, viel zu teuer wird. In einer Reihe von Dingen wäre ich gerne ein oder zwei Jahrzehnte früher geboren worden

  7. Mein Vater hat auch alles mit Polyester und Füller gefüllt und Simca 1000 war sein Lieblingsauto.
    Ich hatte selbst drei, was für ein Brennholz, dann hatte ich einen Ford 12M, der ein zuverlässiges Auto ohne Füllstoff war.

  8. Ein Freund auf dem Automarkt. Gealterter Japaner, von dem berichtet wird: Die Heckscheibe ist zerbrochen. Schau, ja ein hässlicher Stern im Fenster. Kaufen Sie trotzdem und stellen Sie nach der Übertragung fest, dass das Ding nicht rückwärts fahren will. Habe ich dir gesagt, sagt der Verkäufer.

  9. Alle Löcher im alten Renault Vier mit Spachtelmasse gefüllt, geschliffen und dann das ganze Auto mit einem Pinsel überlackiert. Ein roter Besatz an der Flanke tat ihr Übriges. Dann in den Urlaub nach Frankreich, Italien (Rom) und zurück über Österreich. Das Auto hat super funktioniert. Erwischte fünf Zehner dafür später beim Abriss.

  10. Alu-Verbreiterungsstreifen ins Rad einschweißen lassen, cool…

    Wilnis war nicht auf der Efteling, oder? Weißt du, aus diesen anderen Märchen…

  11. Ja oder mit einem alten Dachzinken (vom Dachdecker) und Popnieten Löcher schließen und dann beim TÜV hören, dass das noch ein hartes Auto ist.

    Habe viel mit dem Dachzink geübt, damit es später mit dem ernsthaften Blech etwas besser lief.

    hub.

  12. Es war die Zeit, in der ich auch die Löcher (teilweise sehr groß) in meinem Auto mit Glasfasermatten und Polyesterspachtel verstopfte.
    Erst Jahre später habe ich herausgefunden, dass man auch ein Auto schweißen kann.
    Damals gab es so viel Schönes für wenig Geld zu verkaufen.

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