GM Futurliner – Ein Alien-Bus

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Es sah aus wie eine Straßenversion des Jumbo-Jets im Art-déco-Stil. Nur dass es Boeing noch nicht gab, so einzigartig und fortschrittlich war dieser GM Futurliner. Fast fremd.

Das galt sicherlich für seinen Wendekreis, aber das war nicht so wichtig. Seine Funktion erfüllte es, es war ein rollendes Schaufenster für die damalige technische Entwicklung und den Fortschritt. Und wir sprechen von den 40er bis 56er Jahren, als der letzte GM Futurliner in den Ruhestand ging. Zwölf Einheiten wurden gebaut, als Nachfolger der acht Streamliner, die in der damals populären verwendet wurden Parade des Fortschritts† Mit speziell gebauten, schönen Lastwagen, die dichten Bussen mit einer ziemlich hohen Stirn ähnelten, reiste diese Karawane durch die Vereinigten Staaten, um dem einfachen Volk Neuheiten auf allen möglichen Gebieten zu zeigen und vorzuführen. Was damals wunderbar ignorant war und das ohne diesen Wohnwagen blieb, mangels Smartphone am Ohr und ein paar Laptops zu Hause.

Diese Aufgabe übernahm der GM Futurliner 1940, vier Jahre nach der ersten Parade des Fortschritts. Ab 1941 blieben die großen GMs aufgrund eines knisternden Weltstreits mehrere Jahre arbeitslos. Erst 1953 wurden sie wieder entstaubt und gleich mit neuerer Technik versehen. Anfangs war der GM Futurliner mit einem Vierzylinder-Dieselmotor ausgestattet, 1953 wurden sie renoviert und Sechszylinder eingebaut, die eine Leistung von 145 PS lieferten. Nicht zu viel für ein Gewicht von knapp fünfzehn Tonnen. Damit erreichte so ein Gigant nur eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 50 km/h. Aber das war immer noch 10 Meilen pro Stunde schneller als die erste Generation von Showbussen. Und das war schon gruselig.

Der Fahrer neigte wahrscheinlich dazu, sich bei jedem Viadukt oder jeder Brücke zu bücken, in einer Höhe von etwa drei Metern zu sitzen und sich ständig zu fragen, ob auf der Straße alles in Ordnung sei. Er sah fast nichts. In einem kleinen Cockpit mitten im Mastodon zockte er das Gerät so gut er konnte durch die Straßen. Hoffentlich mit Servolenkung, denn die hat zu oft aufgegeben. Der GM Futurliner hatte nicht nur hinten Doppelbereifung, sondern auch vorne an der Lenkachse. Diese Kräfte zerstörten regelmäßig die Pumpe der notwendigen Lenkhilfe und dann war viel Muskelkraft gefragt, um auf Kurs zu bleiben. Geschweige denn umdrehen. So harte Arbeit, als wäre es da oben nicht schon heiß genug.

Übrigens auch unten. Als der GM Futurliner stand und alle 19 (!) Türen, Wände und Luken geöffnet waren, wurde allerhand ausgestellt und vorgeführt. Eine Art Mikrowelle zum Beispiel. Er hat zwar ein Ei gebraten, aber die Zeitung unbeschädigt darin gelassen. Super praktisch natürlich. Oder ein Ping-Pong-Spiel mit Stereo-Sound. Denn das war die Zukunft. Schöne Neuheiten, verpackt in einem wirklich schönen Bus. Und das alles durch eine Vielzahl von Beleuchtungen ins Rampenlicht gerückt. Über den klappbaren Seitenwänden beispielsweise und aus dem Dach ragte eine riesige zusätzliche Lichtinstallation empor. Um diese und den Rest der spektakulären Show am Laufen zu halten, wurde ein großer 200-kW-Dieselgenerator installiert. Platz war noch genug: 10 Meter lang, 3.5 Meter hoch und knapp 2.5 Meter breit war er. Daraus kann man einen schönen Camper bauen.

Das ist was passiert ist. 1956 wurden die Futurliner überflüssig. Jedenfalls wurde um 1984 tatsächlich ein GM Futurliner zum Wohnmobil umgebaut. Drei davon wurden abgerissen und der Rest existiert noch heute, in verschiedenen Stadien des Verfalls, der Restaurierung und manchmal sogar im neuwertigen Originalzustand. Daran hängt jetzt ein Preisschild: Vor einigen Jahren wurde ein solches Exemplar für mehr als 4.000.000 US-Dollar verkauft. Und das war ohne die Mikrowelle.

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9 Kommentare

  1. Vor drei oder vier Jahren gab es einen guten Bericht über die Wiederherstellung eines solchen Mastodons. Von Grund auf neu gebaut im bekannten Kindig It Design!

  2. Herrlich, diese Zukunftsvision aus den 50er Jahren
    Auch schön auf YouTube zu sehen ist die Restaurierung eines solchen Exemplars in Deutschland. Fast alles muss neu aufgebaut werden. Futurliner #7 (2/8) – Es gibt ihn

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