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BMW 323i. Den E21 fahren wollte jeder

BMW 323i. Den E21 fahren wollte jeder
ER Classics Desktop 2022

Ende der siebziger Jahre war der BMW E21 das bevorzugte Auto vieler Enthusiasten. Spitzenreiter war der BMW 323i, das Auto, mit dem die Bayern das Werk der E1978-Generation von 21 krönten. Wir sind mit einem neuen, in den Niederlanden gelieferten Exemplar aus der Privatsammlung von Gerard Kramer gefahren und haben es in vollen Zügen genossen.

Dieser in Polaris Silber lackierte BMW war schon lange auf der Netzhaut, und an einem wunderschönen Samstag war er endlich da. Das Exemplar der Familie Kramer ist ein wahres Schmuckstück, komplett original, sparsam in den Optionen und mit fast allen Unterlagen ausgestattet. Außerdem stammt er aus dem ersten Baujahr 1978. Und den BMW 323i erkennt man sofort. Vergiss die Logos, schau das Auto schräg von hinten an und zwei hervorstehende Auspuffrohre lächeln dich an. Sie sagen dir, dass eine Fahrt mit dem Möchtegern aus dieser Serie auf dich wartet. Das weckt Erwartungen und wir können Ihnen jetzt schon sagen: Diese werden voll erfüllt.

Typisches BMW-Interieur

Die Innenausstattung ist typisch BMW aus diesen Jahren. Es ist ein sportliches Business, als ob nichts vom Wesentlichen ablenken soll: dem Fahren. Bevor Sie das tun, ist es wichtig, sich mit der Struktur der Steuerelemente zu befassen, aber Sie werden dorthin gelangen. Der Sitz ist toll, sinkt aber recht tief in den Innenraum ein und klemmt einem die Hände um die richtige Position am feinen Lenkrad zu bestimmen, das einem sozusagen entgegengebogen ist. Die richtige Position im BMW 323i ist schnell gefunden, vor allem nachdem sich die Lehne etwas nach hinten bewegt. Und dann kann die Party beginnen.


Schöne Entfaltung von Drehmoment und Leistung

Dieser BMW 323i hinterlässt unvorstellbar viel Gänsehaut auf den Armen. Der seidenweiche Sechszylinder-Motor M20B23 (2316 ccm, Bosch K-Jetronic) offenbart Ausgewogenheit, ein schön gespreiztes Drehmoment, einen raginischen Reihen-Sechs-Sound und noch jede Menge Potenzial, um schnell die 100-Kilometer-Stunde zu überschreiten. Im letzteren Fall muss man sich diese Geschwindigkeit nicht einmal anstrengen, denn der Motor reagiert ausgewogen, aber kraftvoll auf eine sanfte Abwärtsbewegung des Gaspedals. Die Leistungsentfaltung (143 DIN-PS) passt sehr gut zum straff einsetzenden Drehmoment. Dieser erreicht seinen Höhepunkt von 190 Nm erst bei 4500 U/min, ein Wert von 125 Nm bei 1500 U/min lässt aber in puncto Übersichtlichkeit keine Wünsche offen. Das fein überlappende Viergang-Getriebe meistert das alles mit Leichtigkeit, wobei ein Fünfgang-Getriebe bei diesem formidablen BMW, der auch mit Dreigang-Automatikgetriebe erhältlich war, sicher nicht fehl am Platz gewesen wäre.

Komfortables Fahrwerk, sicher „geradeaus“

Eine Pracht einer Kraftquelle, die ausgewogen und kraftvoll wirkt und sehr gut zu diesem gesegneten Chassis passt. Es springt wunderbar bequem ein und aus. Und es dämpft gut unbemerkt. Auch das Teil ist erstklassig, aber Vorsicht: Der BMW 323i mag keine Ecken an der Schneide. Durch die beachtliche Kraft auf den Hinterrädern bei hohen Geschwindigkeiten hat die Katze keine Chance auf einen Ausbruch. Wir wissen das. Wir versuchen es erst gar nicht, auch weil wir das Auto ausgeliehen haben. Wir nehmen ein paar schöne Kurven mit etwas höherem Tempo. Der BMW hält seinen Kurs, aber unterbewusst spüren Sie eine leichte Warnung von hinten.

Gesuchtes Meisterwerk

Das ist ein wunderbarer Tourenwagen, der vor allem auf der Langstrecke seine Qualitäten unmissverständlich ausspielt, das spürt man sofort. Und was Sie auch spüren, ist die Kombination aus Lenken, Kuppeln, Schalten und Verzögern. Kein Cent Schmerz, viel Kommunikation und das für einen kompakten Manager von 1978. Es sagt alles darüber aus, wie BMW früher seine Autos vom Band rollen lassen konnte. Und die Fahrt mit dem BMW 323i aus der Privatsammlung der Familie Kramer macht deutlich, warum man diesen Wagen haben musste, wenn man voll im Tempo der Nationen unterwegs war. Er hat Karriere gemacht. Und stellte andere in den Schatten. Was für ein Meisterwerk. Was für ein beeindruckend gutes Auto dieser Bayer ist. Still.

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Fotos: Bart Spijker
Danke an: Jannie, Gerard und Anne Kramer

BMW 323i. Den E21 fahren wollte jeder
Mit diesem BMW E21 ist es großartig, mit Geschwindigkeit Meter zu machen
BMW 323i. Den E21 fahren wollte jeder
Passt auf die Autobahn, fühlt sich aber auch im Gelände äußerst entspannt an
BMW 323i. Den E21 fahren wollte jeder
Die Kombination 320/6 hatte schon etwas Kitzelndes. Das ist der Superlativ.
Herrlicher Anblick, diese doppelten Endrohre. Beachten Sie auch die großen Räder
BMW 323i. Den E21 fahren wollte jeder
Auch nach 44 Jahren sieht dieser BMW E21 noch super aus
Business sportlich, aber mehr als ein attraktives Interieur
BMW 323i. Den E21 fahren wollte jeder
Einen wichtigen Teil des Fahrspaßes leistet dieser M20B23-Motor.
Umfassendes Beleuchtungspaket, das mehreren Zwecken dient

10 Kommentare

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  1. 1982 einen jungen 318i E21 aus zweiter Hand als Alltagsfahrzeug gekauft, von dem ich mich nie verabschieden konnte und nach einer Vollrestaurierung 2004 nur noch in den Sommermonaten bei trockenem Wetter fahre, ist der E21 ein Auto Sie werden nicht müde.

  2. Ich bin immer noch ein großer Fan dieser Marke. Wollte auch unbedingt in einen e21 Unterricht. Das ist bei einem 320/6 passiert, tolle Erfahrung. Und ja der 323i stand auch auf meiner Wunschliste.

  3. Schöne Kommentare hier, ich habe vor 37 Jahren einen 320 6-Zylinder gekauft und fahre ihn immer noch regelmäßig. Bekomme auch oft Daumen hoch und Reaktionen von....soooo das wollte oder hatte ich früher auch und ich hätte es nie wieder los werden sollen. Nun, ich bin immer noch in das Auto verliebt und werde es nie wieder los. Grüße von einem E21-Fahrer

  4. Schönes Auto, aber war früher sehr teuer.
    Ein Junge aus meiner Klasse hatte einen (er hatte einen kleinen reichen Vater), zwar einen jungen Gebrauchten (oder Demo), aber immer noch. Immer reißen mit dem Ding.

    Business-sportlich. Ich verstehe das immer noch sportlich, aber ich finde dieses „Geschäft“ immer so unsinnig. Gibt es im Armaturenbrett einen Hefter, Locher und Schreibmaschine oder so?

  5. Er arbeitete damals in einer BMW-Werkstatt, wo auf die E21-Reihe gerade die E30-Reihe folgte. Der 323i war BMWs erster „kleiner“ Sechszylinder (Zwischenriemenmotor) mit Einspritzung. Das Schöne an den erweiterten Modellen war die Anpassung, die einige unserer Kunden damals vorgenommen haben, wie z. B. Dog-Leg-Getrag mit engem Verhältnis, Sperdiffs, Bilsteins und Turbos. Bestialisch, was für ein Potenzial, das dieses Auto allen BMWs bietet!

  6. Wenn ich dieses Auto sehe, habe ich eine sehr schöne Erinnerung, die ich in meinem Leben nicht vergessen werde. 1 war ich 1979 Jahre alt und Schüler von Rob Schlosser. Wir werden etwas zu Hause abholen, sagte er zu mir, während er warf mir die Schlüssel vor die Tür der Slip School. Ich dachte bis zum Tor der Rennstrecke. Er dachte anders. Kein Polizist, der glaubt, dass ein 13-jähriger Mann hinter dem Steuer sitzt, sagte er.
    Auf dem Boulevard von Zandvoort mit einem Lächeln von einem Ohr zum anderen mit dem Großmeister neben mir zu fahren, diese Erinnerung werde ich immer in Ehren halten.
    RIP Rob.....

  7. In den 70er Jahren war dies auch für mich als Autoanfänger mein Traumauto. Vor allem die 143 PS gefielen. Dann blieb es aber bei einem 10 Jahre alten Volvo 144S.
    Aber die Zeiten ändern sich: 2008 bekam ich einen 118D als Dienstwagen, mit…. ebenfalls 143 PS und fast 300 Nm Drehmoment. Und das war damals die kleinste Dieselversion der 1er-Reihe. Damit übrigens fast 240.000 störungsfreie km.

  8. Das beste Auto, das ich je besessen habe; Gänsehaut bis zu den Zehen!
    Schon mal einen 1600er Renault Fuego eingetauscht ... puh, das war gewöhnungsbedürftig

    • Dieser 323i muss schneller gewesen sein als der Fuego (es sei denn, Sie hatten einen Turbo), aber so ein Fuego ist viel schöner! Zumindest glaube ich das.

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